Von der Freude, nicht zu klettern

“Geh klettern”, hiess es, und ich machte mich los, um zu klettern. Und als ich so – per Zufall noch mit einem dickbepackten Trekking-Rucksack beladen – in Pratteln entlang der Stasse meiner handgezeichneten Karte folgend zu dem Zielgelände lief, da dachte ich seufzend: Klettern.
Klettergstältli, die einem mit straffen Bändern eine keulenförmige Genitalwulst in den Schritt zaubern, ein geliehener Kletterhelm, der noch ekliger vollgeschweisst ist als die ebenfalls geliehenen, überaus unbequemen Kletterfinken, die von manisch lachenden, menschenhassenden Bösewichtern entwickelt worden sind, und irgendein missgelaunter Student, der für seinen Nebenjobverdienst viel lieber die attraktive Blonde mit dem grünen String gesichert hätte als mich, und der sich schon bald innerlich über die bei mir festgestellte und in Kletterkreisen als eher nicht so ‘flippig’ empfundene Eigenschaft des Nicht-Schwindelfrei-Seins lustig zu machen beginnt.

ABER: Ich ging nicht in eine Kletterhalle, sondern in eine reine Boulderhalle. An den Finken kam ich zwar auch hier nicht vorbei, doch ansonsten war so ziemlich alles anders als in meiner dunklen Phantasie von eben noch. Die B2 Boulders und Bar in Pratteln ist erfüllt von loungiger Musik, hellem Licht und viel frischer Luft von draussen, von entspannter Feierabendstimmung ebenso wie von hartem Trainingswillen, von immer neuen Versuchen, von lockeren Gesprächen zwischen den Besucherinnen und Besuchern der Halle und natürlich auch allen Mitarbeitenden, dem gemeinsamen Suchen von Lösungen und anderen Bewegungen, kurzum: es herrscht allerbeste Boulderatmosphäre.
Ziel beim Bouldern, ungesichert und nur auf geringer Höhe, ist es, nach oben zu kommen auf einem der vorgegebenen Routenpfade. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade an den vielen verschiedenen Wänden und Blöcken in der rund 600m2 grossen Halle locken Boulderfans sämtlicher Niveaus von weither – ist diese Art von Halle in der Schweiz doch absolut einzigartig, und auch im nahen Ausland lässt sich nichts dergleichen finden. Fragt sich bloss wieso? Das Konzept überzeugt vollauf, die Leute kommen hierher, um gemeinsam mit Anderen den Feierabend oder das Wochenende zu geniessen: entspannt und locker, oder aber sich voll verausgabend im Stile eines Workouts oder einer hochkonzentrierten Trainingseinheit, jede und jeder nach Lust, Laune und Tagesform.

Tja, und dann legt man einfach los. Probiert mal dies, probiert mal jenes, scheitert da, guckt woanders, probiert es nochmal, fragt mal wen, macht mal Pause und geht wieder los, von einem Griff zum nächsten, von einem Problem zu einer gefundenen Lösung und von einer Lösung wieder zum nächsten Problem. Auf jeden Fall aber sollte man nach Pratteln gehen.


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Buelle
Geschrieben am 29. Juni 2010 um 07:38 Uhr
sind ja super föteli.. da xeht me no das muckispiel:-)