Wenn man etwas über Wein lernen will, geht das am besten und entspanntesten bei Weindegustationen. Will man dazu noch spannende Geschichten hören, die einem sicher im Gedächtniss bleiben, sollte man Caduff’s Wine Loft besuchen.

Am vergangenen Freitag besuchte ich im Kreis 4, in der Nähe der Bäckeranlage, Caduff’s Wine Loft – es war ein Spass. Der Chef de Cuisine, Beat Caduff, höchst persönlich nahm mich in Empfang und liess mir die Wahl, die Weine, die er vorbereitet hatte, draussen -es war ausnahmsweise schönes Wetter – oder im kühlen Keller zu degustieren. Ich entschied mich für den Keller, der hatte doch das gewisse Etwas. Aber ich will nicht plump aufzählen, welche Weine ich probiert habe – ich werde viel mehr ein paar nette Geschichten aufzeigen, welche Caduff’s Wine Loft ausmachen.

Wir fingen natürlich mit den Apéro-Weinen an. Dazu erklärte mir Herr Caduff, dass diese Weine ziemlich säurehaltig seien. Das, weil einem die Säure das Wasser im Mund zusammen laufen lässt und so der Appetit gesteigert wird. Dies stellte er mir mit einer Geschichte aus seiner Jugend noch bildlich dar: Bei ihm im Dorf ist jedes Jahr eine Blaskapelle aufgetreten. Einmal, da ist er mit einigen Freunden vor diese Kapelle hingestanden, etwa 20 Meter von ihnen entfernt, und sie haben in Zitronen gebissen, sodass die Musiker es gesehen haben und ihnen ist, beim blossen Gedanken daran, das Wasser so im Mund zusammengelaufen, dass sie es nicht mehr geschafft haben, weiter zu spielen.

Danach ging es zum Rotwein – er stellte mir einen relativ teuren und sehr hoch bewerteten Wein aus Südafrika vor, namentlich „Fusion Five“. Dazu erzählte er mir aber, dass es beim Wein gar nicht um den Preis geht. Sie haben zwar auf der Weinkarte, die sie alle 14 Tage wechseln, einige Weine, bei denen das Glas bis zu 35 Franken kosten drauf, doch heisst das nur, dass diese die höchste Qualität aufweisen können, nicht, dass diese einem unbedingt schmecken. Viel wichtiger beim Wein trinken ist, dass man “seine” Weine findet. Wie bei so manchen Dingen des Lebens also. Manche mögen Tomaten nicht, manche Paprika und manche keine Gurken, es ist halt Geschmackssache. Ich fand es toll, dass er das genau beim teuersten Wein, den wir probiert haben, erwähnt hat. Es zeigte mir einfach einmal mehr, dass ihm etwas daran lag, mir Wissen zu vermitteln.
Bei dem Thema erwähnte er noch das Winzern in kälteren Regionen. Das erinnerte mich an den Eis-Wein, von dem ich mal etwas gelesen habe. Ich fragte danach. Auch von dieser Sorte liessen sich mehr als ein Dutzend finden. Das ist auch nicht besonders schwer unter den über 2′000 verschiedenen Weinen, die hier im Keller lagern. Herr Caduff erzählte mir, wie diese hergestellt werden, wo die besten herkommen und zu was man diese am Besten trinkt, nämlich zum Dessert.

Und schon waren wir bei den Dessertweinen. Bei diesen gibt es eigentlich nur eine grosse Regel zu beachten: Je süsser das Dessert, desto süsser muss der Wein sein. Dies zeigte mir Herr Caduff auf, indem er mich zuerst den süsseren der beiden Weine probieren liess und dann nochmals den Schwächeren. Der Schwächere verlor sofort an Geschmack und natürlich Süsse. Hach, haben wir wieder was dazu gelernt.

Also Leute, es lohnt sich auf jedem Fall die Caduff’s Wine Loft zu besuchen, ob zum Wein degustieren oder ein schönes Abendessen zu geniessen. Mit deinem Studentenausweis erhälst du eine kleine Weindegustation im Wert von CHF 35.- gratis. Bitte bei der Reservation das Stichwort „Studirabatte.ch“ angeben. Ja dann, Santé.

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